PFC – „neuer“ Schadstoff – neue Probleme

Seit einigen Jahren steht in der Altlasten-Bearbeitung eine neue Schadstoff-Gruppe im Fokus: PFC. Die Abkürzung steht für Per- und polyFluorierte Chemikalien.

Was sind PFC?

PFC ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 800 Stoffe. Die bekanntesten Vertreter sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA).
(Umweltbundesamt, 26.01.2016)

Einerseits hat die Stoffgruppe bei der Kleidungsverarbeitung Verwendung gefunden, vor allem für wasser-, fett- und schmutzabweisenden Outdoorbekleidung. Aber auch bei Feuerlöschschäumen wurden PFC eingesetzt. Die Stoffe sind sehr persistent (kaum abbaubar, reichern sich in der Umwelt/Nahrungskette an) dazu hochmobil und einige toxisch.

Wie gelangen PFC in die Umwelt?

Weder biotische Prozesse (Bakterien) noch abiotische Prozesse (Wasser, Luft, Licht) können zum Abbau der PFC beitragen. (…) Wasserlöslichen PFC werden über Flüsse und Meere global verteilt. Sogar in entlegenen Gebieten wie der Arktis und den dort lebenden Tieren werden diese Verbindungen gefunden.(Umweltbundesamt, 26.01.2016)

Ich bin über meine Arbeit auf folgenden Zeitungsartikel aufmerksam geworden in dem einiges zu dem Thema erklärt wird und ein Altlasten-Fall meiner Arbeit (in einer anderen Region) vorgestellt wird: „Gefahr für das Grundwasser“. Feuerlöschübungsbecken – insbesondere auf Flugplätzen – stellen oftmals Quelle für Grundwasserverunreinigungen dar, aber auch Klärschlämme, die auf Felder aufgebracht wurden, können auch für die Landwirtschaft zu Problemen führen.

Aktuell gibt es noch nicht überall umfangreiche Erfahrungen von Behörden mit dem Umgang mit dem Schadstoff im Rahmen der Bewertung und zumindest für Bayern bisher „Leitlinien zur vorläufigen Bewerung von PFC“ vom Landesamt für Umwelt (LfU). Bundeseinheitliche Kriterien für die Bewertung fehlen. Dies bedeutet, dass es schwer ist den richtigen Umgang mit den Schadstoffen zu finden. Wie sind Untersuchungsergebnisse zu interpretieren? Was muss untersucht werden? Welche Schlussfolgerungen sind daraus ziehen? Was ist tolerabel? Ab wann muss man sanieren?

Daher veranstaltet das LfU zusammen mit dem Umweltbundesamt am 21.11.2017 einen Workshop zum Thema „PFC-Kontaminationen – Bewertungsmaßstäbe für Wasser und Boden“ mit dem Ziel sich ggf. auf einheitliche Bewertungsmaßstäbe zu einigen. Ich darf für meine Arbeit daran teilnehmen und bin gespannt, was die Ergebnisse sind.

Bewertungskriterien:

 

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