Warum es (wieder) Zeit ist den Mund aufzumachen!

Hallo,
ich habe meinen Blog reaktiviert, weil ich denke, dass es gerade der richtige Zeitpunkt ist und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Depolitisierung: In den letzten Jahren wurde durch die sog. asymetrische Demobilisierung Debatten versucht zu unterdrücken. Politische Alternativen wurden nicht diskutiert sondern als alternativlos dargestellt. Ich finde hier haben auch Medien versagt Probleme von Menschen so aufzubereiten und so zu addressieren, dass Politik zum Handeln gedrängt wird. Stattdessen befinden wir uns immer mehr eine „Hype-Gesellschaft“ und jagen einem vermeintlichen Aufreger dem nächsten hinterher. Langfristige Ideen und Lösungen haben in der politischen Debatte kaum mehr Platz.  Als einzige Vision hat es vielleicht das „Bedingungslose Grundeinkommen“ geschafft eine parteiübergreifende Vision in die Debatte geschafft zu haben.
  2. Rechtsruck Rechtspopulismus: In die Kerbe der vermeitlichen Demobisierung haben es Populist*innen einfach(er) mit vermeitlichen Alternativen oder einfachen Antworten auf komplexe Fragen die Verunsicherung von Menschen zu instrumentalisieren. Die AfD ist inzwischen im Bundestag. Ich habe Angst, dass die Stimmen der Menschen, die progressive Visionen voran bringen wollen immer mehr Gegenwind bekommen und der Raum in dem die Debatte stattfinden kann kleiner wird. Ich kann in bestimmten Punkten mit werte-konservativem Konservatismus etwas anfangen, wenn dies Solidarität – Nächstenliebe/Menschenwürde, Ökologie – Bewahrung der Schöpfung, und das Leben in Sicherheit und Freiheit für die Zukunft gestalten zu wollen. Ich denke kann eine gute Basis auch für den nächsten Punkt sein.
  3. Jamaika-Koalition: Ich bin 2004 bei der GRÜNEN JUGEND eingetreten und kurz später bei den GRÜNEN. Ich war nie ein begeistertes Parteimitglied, sondern halte es eher nach dem Motto: „Weniger scheiße als die anderen“. Parteipolitik ist streitbar, ist ein Kompromiss. Ich habe immer meine Meinung vertreten – auch wenn sie der Parteimeinung mal widerspricht. Auch bei Info-Ständen habe ich erklärt…“Ich vertrete diese Meinung persönlich nicht, aber die Partei hat als Kompromiss auf dem Parteitag beschlossen und daher werden die Grünen nach der Wahl für diese Position streiten. Ich hoffe aber, dass sich xyz dann vielleicht doch irgendwann durchsetzt. Wenn Sie das auch so sehen, dasnn überlegen Sie doch vielleicht sogar beizutreten.“
    Ich glaube, dass diese Position in einer möglichen  Jamaika-Koalition noch wichtiger wird. Wir müssen einerseits streitbar bleiben und unsere Positionen finden und festigen – gerade weil wir in einer Koalition sein würden – in der wir vieles nicht durchsetzen können wofür wir eigentlich stehen. Zudem brauchen wir neue Ideen, wie wir unsere guten Konzepte ggf. so anpassen können, dass notwendige Systemwechsel angegangen werden, die auch für andere (linkere) Mehrheiten Gestaltungsspielräume eröffnen.
    Vielleicht kann ich das ein oder andere dazu beitragen oder aber zumindest versuchen für mich klar zu bleiben, was ich will, was Parteimeinung ist und was gerade der Kompromiss ist, den man mitträgt und prüfen muss, ob der in die richtige Richtung geht.

Es gibt sicherlich noch ein paar mehr Punkte, aber das werden hier sowieso nicht sooo viele lesen, daher erspare ich euch weiteres 🙂 Achja…ich freue mich über Feedback – gerne auch persönlich oder auf anderen Kanälen.

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